Schriftgröße: normal mittel groß

Kommunalpolitik online

Sitzungskalender, Vorlagen und Niederschriften finden Sie hier Zur Kommunalpolitik online

Unsere Partnerstädte

Städtepartnerschaften

Geschichte

Schon lange bevor die Ortschaften, aus denen das heutige Reinbek entstand, urkundlich erwähnt wurden, siedelten hier Menschen. Zahlreiche Funde von steinzeitlichen Werkzeugen belegen ihre Anwesenheit über Jahrtausende hinweg. Die Weiterentwicklung der Steinwerkzeuge und bronze- und eisenzeitliche Gebrauchsgegenstände lassen den Schluss auf eine ununterbrochene Besiedlung zu. Noch heute sind 47 Hügelgräber aus vorgeschichtlicher Zeit erhalten. Sie stehen unter Denkmalschutz. Eine Gruppe, das Oher Gräberfeld, ist durch einen ausgeschilderten Wanderweg erschlossen.

Aus vorgeschichtlichen Streusiedlungen entstanden im Laufe der Jahrhunderte kleinere Dörfer. Die erste urkundliche Erwähnung der Orte Schönningstedt (1224), Ohe (1238) und Hinschendorf (1238), die heute die Stadt Reinbek bilden, hängt mit Landschenkungen an eine in Hoibek gelegene Kapelle zusammen. Hoibek lag im heutigen Ortsteil Sachsenwaldau. Aus der Kapelle wurde das Kloster Reinbek. Der Erzbischof von Bremen bestätigte 1226 Stiftung und Erbauung eines Klosters dieses Namens. Um 1233 verlegte das Kloster seinen Sitz in das am Oberlauf der Bille gelegene Dorf Köthel, behielt jedoch den Namen Reinbek bei.

Als 1251 das restliche Hinschendorf dem Kloster geschenkt wurde, entschloss man sich, hier am Mühlenteich neue Klostergebäude zu bauen. Seinen Namen Reinbek brachte das Kloster mit. Das Dorf, in dessen Gemarkung es lag, hieß weiterhin Hinschendorf. Neben Streubesitz in den Vier- und Marschlanden waren über 30 Dörfer in Stormarn und Lauenburg Eigentum des Klosters. Einnahmen aus Vermächtnissen kamen hinzu. Zeitweise lebten in dem nach Maria-Magdalena benannten Kloster Reinbek mehr als 60 Nonnen nach den Regeln der Zisterzienser.

Als eines der ersten Klöster im Lande löste Reinbek sich im Zuge der Reformation auf. Am 7. April 1529 übertrugen Priorin, Amtsfrauen und der ganze Konvent das Kloster an König Friedrich I. von Dänemark; der Kaufpreis von 12.000 Mark wurde unter den Nonnen aufgeteilt.

Das ehemalige Kloster Reinbek war der südlichste Grenzpunkt des Dänischen Königreiches, und die Bille war Grenze zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Lübeck und Dänemark zerstörten Lübecker Söldner am 15. Mai 1534 das ehemalige Nonnenkloster. Heute können wir nur noch vermuten, wo die Gebäude lagen und wie sie aussahen. Selbst umfangreiche Ausgrabungen und Untersuchungen in jüngerer Zeit brachten keine genauen Erkenntnisse darüber.

Ein neuer Zeitabschnitt begann, als Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf, dem durch Erbfolge der ehemalige Klosterbesitz Reinbek zugefallen war, um 1572 auf dem Gelände des zerstörten Klosters eine dreiflügelige Renaissance-Schloß- Anlage erbauen ließ. Sie diente vorwiegend der Repräsentation, und nur gelegentlich hielten sich die Landesherren hier auf. Mehrere Jahre war das Schloss mit seinen Ländereien Leibgedinge, das heißt Versorgungssitz, von Herzogswitwen. Später diente es den Amtmännern als Wohnung und Dienstsitz und war Gerichtsort für die über 20 Amtsdörfer.

Zum Nutzen des Landesherren und mit dessen Einwilligung ließ 1599 der Reinbeker Amtmann Vahrendorp das Dorf Hinschendorf niederlegen. Hinschendorf umfasste damals 15 Anwesen. Die Einwohner wurden mitsamt ihrer Habe in andere Dörfer umgesiedelt. Am Ort blieb die Verwaltung des Amtes Reinbek mit einem landwirtschaftlichen Vorwerk, Wohnungen für Bedienungspersonal, einer Bäckerei und einer Brauerei. In unmittelbarer Nähe des Schlosses lag an der Bille die Kornmühle. Sie war bereits 1238 dem Kloster übertragen worden und gehörte jetzt zum herzoglichen Besitz. Die Bewohner der Amtsdörfer mussten ihr Korn in der Reinbeker Mühle mahlen lassen. Es bestand Mühlenzwang. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lagen außerhalb des Schlossbereiches lediglich ein Krughaus und eine Schmiede am heutigen Landhausplatz. Die Legung von Hinschendorf brachte offensichtlich nicht den erhofften wirtschaftlichen Vorteil. 1772 entstanden aus den Ländereien des Vorwerks einige Bauernstellen und am heutigen Täbyplatz das Gut Hinschendorf.

Damit begann die Entwicklung des Ortes Reinbek. Arbeitskräfte mussten untergebracht und versorgt werden, Handwerker siedelten sich an. Bezeichnungen wie Tischlerkate, Töpferkate oder Rademacherkate sind aus dieser Zeit überliefert. Die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf blieben bis 1773 Landesherren und damit Hausherren von Schloss Reinbek. Ihnen folgten die Könige von Dänemark, die gleichzeitig Herzöge von Schleswig-Holstein waren.

Im Jahre 1867 fiel Schleswig-Holstein an Preußen. Damit waren die alten Verwaltungsformen aufgehoben, und das Amt Reinbek bestand nicht mehr. Mit den preußischen Verwaltungsstrukturen wurden Landkreise eingeführt. Der erste Landrat des Kreises Stormarn erhielt seinen Sitz im Schloss Reinbek.

Die zum früheren Amt Reinbek gehörenden Bauerndörfer Schönningstedt und Ohe, denen Bauernvögte vorstanden, behielten lange Zeit ihre charakteristische Struktur. Erst in jüngerer Zeit setzte eine dichtere Bebauung mit Wohnhäusern ein. Außerhalb der geschlossenen Dörfer einstanden aus abseits gelegenen Höfen die Güter Silk, Schönau und Sachsenwaldau. An der Möllner Landstraße lagen die Krughäuser Büchsenschinken und Haidkrug. Während Büchsenschinken eine kleine Ansiedlung blieb, entwickelte sich die Umgebung vom Haidkrug zum heute dichtbesiedelten Wohngebiet Neuschönningstedt.

Der Bau der Berlin-Hamburger Eisenbahn im Jahre 1846 gab einen Anstoß für die weitere Entwicklung Reinbeks. Der Ort hatte zu dieser Zeit weniger als 300 Einwohner. Wohlhabende Hamburger Bürger erkannten den Reiz der Landschaft und bauten hier ihre Villen. Die Kaltwasserheilanstalt Sophienbad machte Reinbek für einige Jahrzehnte zum Kurort. Durch viele Ausflugslokale wurde der Ort so beliebt, dass sonntags zeitweise Extrazüge von Hamburg nach Reinbek fuhren. So blühten Gastgewerbe, Handel und Handwerk auf. Der Ort, bisher nur eine Ansammlung einzelner Häuser, entwickelte sich zu einem bevorzugten Wohnort im Grünen. Vereine und Vereinigungen für Geselligkeit, Turnen, Gesang und gemeinschaftliche Belange entstanden.

Im Jahre 1873, als der Landrat seinen Sitz nach Wandsbek verlegte, wurde Schloss Reinbek verkauft und diente in den folgenden Jahren als Hotel und Pensionat. Danach nutzte die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft das Gebäude. Der Kreis Stormarn und die Stadt Reinbek erwarben 1972 das Schloss und führten bis 1985 umfangreiche Baumaßnahmen durch. Das nahezu originalgetreu restaurierte Renaissance-Schloss mit ausgemalten Holzbalkendecken vom Ende des 16. Jahrhunderts, ein Kleinod, das seinesgleichen sucht, wird heute von einer breiten Öffentlichkeit für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt.

Bis zur Jahrhundertwende hatte Reinbek keine eigene Kirche. Es gehörte zum Kirchspiel Steinbek. Der Steinbeker Pastor hielt gelegentlich Gottesdienste in der Schloßkapelle. Erst 1894 wurde Reinbek eine selbständige ev. luth. Kirchen gemeinde, und 1901 entstand die neugotische Kirche an der Kirchenallee, die 1969 den Namen Maria-Magdalenen-Kirche erhielt. Die katholische Kirchengemeinde Reinbek gründete sich 1908 und wuchs nach 1945 erheblich. Im Jahre 1953 erbaute sie die Herz-Jesu-Kirche an der Hamburger Straße.

Das Krankenhaus St. Adolf-Stift besteht seit mehr als 100 Jahren. Als Adolf Schramm den Grauen Schwestern von der katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur hl. Elisabeth ein Haus an der Hamburger Straße als Erholungsheim schenkte, übernahmen diese schon bald die Pflege von Kranken und Siechen. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit das moderne Krankenhaus.

Die Großstadtnähe Reinbeks führte dazu, dass hier Wohnsiedlungen entstanden. Im Jahre 1952 erhielt Reinbek die Stadtrechte. Das gemeinsame Industriegebiet Reinbek-Schönningstedt-Glinde gab Impulse für die weitere Entwicklung. Durch die Gebietsreform von 1974, die Schönningstedt, Ohe, Neuschönningstedt und Teile von Stemwarde und Glinde zu Reinbek brachte, erhielt die Stadt ihre heutige Größe und Ausdehnung.

Arbeitskreis Reinbeker Stadtgeschichte an der Volkshochschule Sachsenwald

Besuchen Sie uns auch
auf Facebook