Halbseitige Sperrung der Billebrücke (Stand 03.07.2020)

An dieser Stelle können Sie einsehen, wie weit unsere aktuellen Projekte fortgeschritten sind – manchmal mit Foto, manchmal ohne, grob skizziert, ohne auf Details einzugehen. Natürlich wollen wir hier am Ball bleiben, aber wir probieren auch aus, gucken, was funktioniert und was nicht. Falls wir mal hinterherhinken, weil wir nicht mit voller Personalstärke dabei sind oder andere Anliegen noch wichtiger sind, sehen Sie uns das bestimmt nach. Und noch was: Wir schreiben hier klar und deutlich, frei Schnauze, nicht in Verwaltungsdeutsch.

Wie sieht die Aufgabe aus?
Wir stützen das Erdreich ab, das zwischen Schlossstraße und Bille ins Rutschen zu kommen drohte. Dafür muss eine Spundwand vor die historische Ufermauer gepresst und aufwändig abgestützt werden. Danach kann auch die Mauer selbst saniert werden. Diese wurde durch das Billehochwasser im Januar 2018 beschädigt.

Ist das kompliziert?
In der Tat. Abrutschendes Erdreich ist nicht alltäglich und verdammt gefährlich. Deshalb mussten wir Geologen fragen, was zu tun ist. Die Abstimmung von Behörden und Gewerken ist sehr zeitaufwändig gewesen, aber auch die Baustelle selbst hat es in sich. Mehrere Wände müssen in Erdreich und Bille gepresst werden. Die Stützwand wird durch eine Vielzahl von verstärkten und einbetonierten Pfählen, die auch unter die Straße gezogen werden, gestützt und befestigt. Darüber hinaus muss die neben der Brücke liegende Kanalisation unterbrochen werden. Schmutzwasser wird derweil durch eine eigens verlegte Leitung über die Brücke gepumpt.

Was läuft gerade?
Die Spundwand für die Ufermauer ist gesetzt und mit Mikropfählen rückverankert. Es läuft die Verfüllung der Baugrube landseitig der Uferwand und Arbeiten zur Herstellung der Auflagerkonsole.

Welche Schritte folgen noch?
Der Anschlussbereich an die historische Dänenbrücke muss noch im so genannten „Pilgerschrittverfahren“ besonders vorsichtig bearbeitet werden, damit es hier keine Versackungen gibt. Hier wird Lage für Lage Stampfbeton eingebaut. Anschließend kann die Bauwerksgrube verfüllt und die provisorische Trägerbohlwand wieder herausgezogen werden. Dann beginnt der Wiederaufbau der historischen Ufermauer. Hierzu wurden in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde zusätzliche neue Granitblöcke mit einem passenden Farbton sowie einer ähnlichen Oberflächenbeschaffenheit geliefert. Auch die Schmutzwasserleitung aus Wentorf kann dann wieder neben die Schloßbrücke verlegt werden. Zum Abschluss der Arbeiten wird die temporäre Spundwand in der Bille wieder herausgezogen, die Böschung wiederhergestellt sowie der Zaun und die Bank am Aussichtspunkt und die Straßenbeleuchtung wieder aufgebaut.

Wann wird’s fertig?
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Ende Juli 2020 beendet sein. Die Straße wird nach Möglichkeit und Baufortschritt bereits früher geöffnet.

Ist eine Vollsperrung vorgesehen?
Nein.

Aktueller Stand der Baumaßnahme „Ufermauer“ (03.07.2020)

Bis jetzt durchgeführte Arbeiten:

  • Baustelleneinrichtung mit Anlieferung von Containern, Baufahrzeugen, Maschinen usw.
  • Absicherung des Baugeländes mit Bauzaun
  • Herstellung einer provisorischen Baustraße zum Schutz der Fahrbahn der Schloßstraße
  • Vermessungsarbeiten
  • Absteckung der Trasse für den Trägerbohlverbau zur Abstützung des Erdreichs während der Bauzeit
  • Durchführung von Suchschachtungen zur Lokalisierung von Versorgungsleitungen im Baufeld
  • Klärung von Baumschutzmaßnahmen
  • Durchführung von Suchschachtungen zur Erkundung der Gründung der Dänenbrücke und des Wurzelbereichs der Linde
  • Abstimmung mit dem Abwasserverband bezüglich der Umverlegung der Abwasserleitung
  • Abstimmung und Durchführung des Baumkronenrückschnittes zur Herstellung der Baufreiheit für das Einbringen des Trägerbohlverbaus und der Spundwände
  • Einbringen der Träger für den temporären Trägerbohlverbau
  • Durchführung von baubegleitenden Schwingungsmessungen an der Dänenbrücke
  • Kronenrückschnitt der Linde
  • Räumung der wasserseitigen Spundwandtrasse von Hindernissen (Steine und Holzpfähle)
  • Aufstellen einer Kabelbrücke für Baustrom
  • Abschnittsweise Herstellung und Abdichtung der temporären wasserseitigen Spundwand
  • Erdarbeiten (landseitig) zur Herstellung einer Arbeitsebene zur Errichtung der Uferwand 
  • Herstellen und Inbetriebnahme der Vorflut für die Umleitung des Schmutzwassers
  • Rückbau der alten Abwasserleitung zwischen Schlossbrücke und Übergabeschacht
  • Setzen der Anker zur Rückverankerung des temporären Trägerbohlverbaus
  • Herstellen eines Probepfahls zur Rückverankerung des temporären Trägerbohlverbaus
  • Anbringen der Gurtung am Trägerbohlverbau zur Lastverteilung
  • Durchführung einer statischen Pfahlprobebelastung
  • Spannen der Anker, inkl. Eignungs- und Abnahmeprüfung
  • Aushub der Baugrube für die Herstellung der Spundwandtrasse bis zur Endtiefe
  • Beginn Räumung der Spundwandtrasse
  • Abdichtung der temporären Spundwand
  • Rückbau der freiliegenden Abwasserleitung vor der Schloßbrücke
  • Arbeiten an der Schmutzwasserleitung
  • Einbringen der endgültigen Spundwand abgeschlossen
  • Verfüllung der landseitigen Baugrube
  • Anbringen der Gurtung
  • Herstellung der Durchführungen durch die Spundwand zur Verankerung der Bauwerkspfähle
  • Einbau Abschnitt der Abwasserleitung vor Schloßstraße 8
  •  Anfüllung der Baugrube landseitig der Uferwand
  •  Beginn Rückbau Trägerbohlverbau
  • Rückbau Trägerbohlverbau
  • Aushub vor der Uferwand zur Herstellung der Auflagerkonsole
  • Anschluss Übergabeschacht an Abwasserleitung und Verschließen Baugrube für Abwasserleitung vor Schloßstraße 8
  • Verfüllung der Baugrube landseitig der Uferwand
  • Einbau der Bewehrung für die Auflagerkonsole
  • Beginn Herstellung Übergabeschacht
  • Einbau Bewehrung für Auflagerkonsole
  • Betonage Auflagerkonsole
  • Beginn Steinsetzen der historischen Ufermauer

Vorgesehene Arbeiten in der Woche 06.07. - 10.07.2020

  • Setzen der Granitsteine auf Auflagerkonsole und Hinterfüllung der Steine