Mobilität in Reinbek

In Deutschland fährt die Mehrheit mit dem Pkw zur Arbeit. Das bedeutet häufig erhöhter Stress, erhöhte Gesundheits- und Umweltschäden wie auch erhöhte Kosten. Mobilität ist heutzutage jedoch eine elementare Voraussetzung für eine wachsende und wirtschaftliche Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, legen die Deutschen täglich gut 3,2 Milliarden Kilometer zurück, also pro Person ca. 39 Kilometer. Der neue Höchststand wird als Folge des Anstiegs der Bevölkerung und der Beschäftigung erreicht.

Von Juni 2016 bis September 2017 wurden bundesweit etwa 155 tausend Haushalte zu ihrer Mobilität befragt, so viele wie noch nie zuvor. Damit wurde eine der wichtigsten Datengrundlagen für die Verkehrsplanung und für Entscheidungen der Verkehrspolitik vom Bund bis zu den Kommunen aktualisiert. Hier geht’s zur Studie MiD (BMVI).

Zudem gehören Mobilität, Umwelt und Lebensqualität untrennbar zusammen. Die Möglichkeit, ein Mix verschiedener Verkehrsmittel wie auch umweltfreundlichere Alternativen zu nutzen ist ein wesentlicher Aspekt für eine lebenswerte und familienfreundliche Stadt. Vor allem in den Metropolen wird zunehmend auf öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und Carsharing-Angebote gesetzt. Nach der Verordnung (EG) Nr. 443/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2009 soll der CO2-Ausstoß bei Neufahrzeugen in der EU bis 2020 auf durch-schnittlich 95 g/km gesenkt werden (Quelle: UBA, S41). 2015 lagen die durchschnittliche CO2-Emissionen aller neu zugelassense PkWs ca 128,8 g/km (Quelle: DENA).

Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten, schnell und sicher mit dem Bus oder mit der Bahn an Ihr Ziel zu kommen. Sie finden auch Informationen zum Radverkehr, Carsharing und E-Mobilität. Informieren Sie sich und bleiben Sie frei und flexibel bei Ihrer Verkehrsmittelwahl, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto.

 

Die Verkehrsbilanz in Reinbek

Insgesamt werden in Reinbek ca. 697.400 MWh/a (Megawattstunden pro Jahr) an Endenergie ver-braucht. Davon 26 % im Sektor Private Haushalte, 53 % im Sektor Wirtschaft, 2 % durch die kommunale Verwaltung und 19 % im Sektor Verkehr.

Aus diesem Endenergieverbrauchsmix ergeben sich, auf Grundlage der oben angegebenen CO2-Emissionsfaktoren, CO2-Emissionen von insgesamt ca. 226.000 t/a (Tonnen pro Jahr). Das entspricht pro Kopf-Emissionen der Reinbeker Bürger von ca. 8,4 t CO2 pro Jahr (Achtung, diese Zahl kann nicht mit den bundesweiten durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen von ca. 11 t/a verglichen werden, da noch weitere hier nicht untersuchte Aspekte wie u.a. bundesnahe Infrastruktur, Militär, Ernährung, sonstige nichtenergetische Emissionen unberücksichtigt bleiben).

Weiter differenziert nach den jeweiligen Energieträgern ergibt sich dabei folgendes Bild:

Der Verkehrssektor nimmt also mit 43.700 t/a oder 19 % der verursachten CO2-Emissionen in Reinbek einen hohen Stellenwert in den Klimaschutzbemühungen ein. Wirft man einen Blick auf die Verursacher der CO2-Emissionen nach Fahrzeugtyp, wird weiterhin deutlich, dass Klimaschutzmaßnahmen schwerpunktmäßig auf den Ausstoß im PKW-Verkehr Einfluss nehmen sollten, gefolgt von Nutzfahrzeugen.

 


Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor sind ein entscheidender Faktor für das Erreichen ambitionierter Klimaschutzziele. Ökonomisch und ordnungsrechtlich gerät die Einflussmöglichkeit der kommunalen Verwaltung jedoch schnell an ihre Grenzen. Somit stellt die Einflussnahme auf die Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich im Vergleich zu den anderen „Verursachersektoren" eine noch größere Herausforderung dar.


 

Emissionsgrenzwerten eines Fahrzeuges

Die zulässigen CO2-Emissionen der Neuwagenflotte eines Herstellers hängen heute von vier Faktoren ab:

  • dem europäischen Flottenzielwert von 130 g CO2/km,
  • dem durchschnittlichen Gewicht der vom Hersteller verkauften Neuwagen,
  • dem durchschnittlichen Gewicht der in den Jahren 2008 bis 2010 in der EU-27 verkauften Neuwagen – es betrug 1.372 kg –  und
  • einem Gewichtungsfaktor, der festlegt, wie stark die Emissionen zunehmen dürfen, wenn das Fahrzeuggewicht steigt. Dieser Faktor sorgt für die Verteilung der Reduktionslasten unter den Herstellern. Aktuell ist der Gewichtungsfaktor so gewählt, dass 100 kg Mehrgewicht den Grenzwert um 4,57 g CO2/km erhöhen.

Batteriegetriebene Autos gelten als Null-Emissionsfahrzeuge da sie während des Testzyklus kein CO2 ausstoßen. Das bedeutet, dass weder die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung noch die Rohstoffgewinnung (wie Kobalt, Erz und Lithium) berücksichtigt werden. Wird ein Batteriegetriebenes Auto über 12 Jahre und mit "Grünstrom" betrieben, hat es gegenüber dem fossilen Verbrenner aufgrund der Betriebsphase klare Vorteile [Quelle 1] Eine Internalisierung aller Umweltexternalitäten und -Kosten auch unter Anrechnung der privaten und sozialen Kosten könnte die langfristige Bilanz eines e-Autos besser darstellen.

Plug-in-Hybriden berücksichtigen beide Antriebsarten bei der Berechnung. Für sie wird bei der Berechnung des Normausstoßes eine Kombination aus den Emissionen der verschiedenen Antriebsarten gebildet. In die Berechnung fließen die elektrische Reichweite des Fahrzeugs und die CO2-Emissionen wenn es mit dem Verbrennungsmotor fährt. Zudem wird angenommen, dass der Nutzer sein Fahrzeug im Durchschnitt nach 25 km Fahrtstrecke auflädt. Es wird dabei unterstellt, dass wenn unter Nutzung der Verbrennungsmotor 100 g CO2/km emittiert, der Normausstoß ab einer elektrischen Reichweite von 25 km dann bei 50 g CO2/km liegt. Diese Relation ist vom gemessenen CO2-Ausstoß des Verbrennungsmotors unabhängig. Eine elektrische Reichweite von 25 km führt immer zu einer Halbierung des Normausstoßes gegenüber den Werten, die bei der Nutzung des eingebauten Verbrennungsmotors gemessen werden. Eine elektrische Reichweite von 50 km bewirkt eine Reduktion um zwei Drittel. 

Anhand diese Berechnungsverfahren kann es vorkommen, dass schwere Fahrzeuge (wie SUVs) umweltfreundlicher vorkommen als kleine sparsamere Autos. Nach dem damit verbundenen 2011 eingeführten CO2-Label für Neuwagen, erhält der Audi Q7 (ca. 180 g CO2/km) dafür ein hellgrünes B während der Smart (ca. 90 g CO2/km) ein gelbes C erhält.

Supercredits bieten einen zusätzlichen Anreiz für diese Fahrzeuge und werden von den meisten wichtigen Automobilmärkten zur Förderung von Elektrofahrzeugen verwendet. Durch die Mehrfachanrechnung erhält der Hersteller den Anreiz, Fahrzeuge gegebenenfalls unter dem Herstellungspreis abzugeben und diese Verluste an anderer Stelle zu kompensieren, beispielsweise durch vermiedene Strafzahlungen. (Auszug: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, 2013)

 

Ziel bis 2050

Laut dem Klimaschutzkonzept werden folgende Ziele zur Einsparung im Reinbeker Verkehrssektor empfohlenum die Fahrleistung von Personenwagen auf 31 % zu reduzieren:

  • Substitution von PKW-Verkehr durch Radverkehr (50 % der Kurzstrecken innerorts)
  • Carsharing (Verringerung PKW 5 % bis 2050)
  • Verlagerung PKW auf ÖPNV (Verringerung PKW 16 % bis 2050)
  • Deutlich abnehmende Fahrleistung um 43 Mio. Kilometer bis 2050
  • Treibstoff-Mix: 30 % Elektromobilität bei Personenwagen, 30 % bei Motorrädern und 50 % bei Linienbussen, 15 % Biodiesel bei Personenwagen, 25 % bei Linienbussen sowie 20 % bei Nutzfahrzeugen und dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr
  • Zunehmende Effizienz in kWh/km je nach Fahrzeugtyp und Treibstoffart (Beispiel PKW-Benzin: 24 % Einsparung). Keine weitere Zunahme im Vergleich zum Referenzszenario (da keinerlei Einflussmöglichkeit der Stadt Reinbek).

Konkrete Maßnahmen sind:

 

Mob-1

Umsetzung des städtischen Radverkehrskonzeptes 2015 in Umsetzung

 

Mob-2

Ausbau der Schnittstelle Rad - ÖPNV - mehr komfortable Rad-Abstellplätze, Aufstellen von Fahrradboxen z.B. am S-Bahnhof  in Umsetzung

 

Mob-3

STADTRADELN: Bewerbung der Aktion und Bearbeitung "Mängelmelder Radwege" im Aktions-zeitraum  Abgeschlossen

 

Mob-4

Ausweitung StadtRad Hamburg mit Stationen in Reinbek

 

Mob-5

Verbesserung Bus-Anbindung, Taktverdichtung, Direktverbindungen der Ortsteile

 

Mob-6

Ausweitung des HVV-Großbereichs (AB) nach Wohltorf und Aumühle und damit auch für den Ortsteil Krabbenkamp

 

Mob-7

Klimafreundlich Bus-Fahren in der Metropolregion Hamburg

 

Mob-8

Klimaschutz im zukünftigen Verkehrskonzept Region Hamburg-Ost/ östliches Umland verankern  in Umsetzung

 

Mob-9

Ausbau der E-Mobilität - Neue E-Ladestationen und bevorzugte Parkplätze für E-Autos  in Umsetzung

 

Mob-10

Klimafreundliches betriebliches Mobilitätsmanagement (Aktionstage, Jobtickets) in Kooperation mit dem Auto Club Europa e.V. (ACE)  in Umsetzung

 

Mob-11

Kommunikation des Angebotes bestehender Carsharing-Systeme sowie Prüfung der Auslastung und ggf. Ausbau  in Umsetzung